TSV Siegsdorf steigt trotz Gala-Auftritt in die Kreisliga ab

Emotionale Achterbahnfahrt endet trotz 5:3-Sieg gegen Bruckmühl mit bitterem Abstieg

Es waren Szenen voller Emotionen in der Hobmaier-Arena: Jubel über Tore, Hoffnung auf das Wunder – und am Ende doch tiefe Enttäuschung. Trotz eines beeindruckenden 5:3-Heimsiegs gegen den SV Bruckmühl muss der TSV Siegsdorf nach fünf Jahren Bezirksliga den bitteren Gang in die Kreisliga antreten. Die Konkurrenz im Tabellenkeller ließ nichts liegen – und so reichte selbst die vielleicht beste Saisonleistung der Maaßen-Elf am Ende nicht mehr aus.
Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag war klar: Siegsdorf musste gewinnen und gleichzeitig auf Ausrutscher der direkten Konkurrenten hoffen. Doch anstatt sich von Druck und Nervosität lähmen zu lassen, zeigte der TSV von Beginn an eine leidenschaftliche Vorstellung – mutig, engagiert und voller Wille.
Bereits in der 13. Minute explodierte die Hobmaier-Arena vor gut 200 Zuschauern zum ersten Mal. Ausgerechnet Paul Wittmann, der nach vielen Jahren im Trikot des TSV seine Fußballschuhe an den Nagel hängt und vor der Partie emotional verabschiedet wurde, traf zum 1:0. Nach einer Hereingabe schob er den Ball aus kurzer Distanz über die Linie und beschenkte sich selbst mit einem perfekten Abschiedsmoment.
Die Hausherren blieben weiter hungrig und legten nur fünf Minuten später nach. Nach einem klaren Foulspiel im Strafraum übernahm Fabian Furch Verantwortung und verwandelte den Elfmeter souverän zum 2:0 (18.). Siegsdorf spielte mit Herz, Tempo und Leidenschaft – ganz anders als ein Team, das mit dem Rücken zur Wand steht.
Bruckmühl kam erst nach rund einer halben Stunde besser ins Spiel. Patrick Kunze sorgte mit einem spektakulären Fallrückzieher beinahe für den Anschlusstreffer, setzte den Ball jedoch knapp über das Tor (37.). Kurz vor der Pause schlug der TSV dann erneut zu: Maximilian Reiter lauerte am langen Pfosten wie ein Torjäger alter Schule und schob eine langgezogene Flanke zum hochverdienten 3:0-Halbzeitstand ein (44.).
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv. Zwar verkürzte Michael Kraxenberger nach einem Abwehrfehler auf 1:3 (64.), als er zunächst per Fernschuss an König scheiterte, den Nachschuss verwertete er jedoch aus 11m ins Eck. Doch die Hausherren antworteten erneut mit voller Wucht. In der 78. Minute stellte Paul Glassl nach einem Eckball per Kopf den alten Abstand wieder her und ließ die Hoffnung nochmals aufleben.
Es entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch. Bruckmühl stemmte sich gegen die Niederlage, doch die Heimelf fightete leidenschaftlich weiter. Als Samuel Anthuber in der Schlussminute nach präziser Hereingabe den Ball traumhaft als Bogenlampe ins Kreuzeck zum 5:2 köpfte – Marke Tor des Tages – war der Jubel riesig.
Das späte 5:3 durch Patrick Kunze in der Nachspielzeit war dann nur noch Ergebniskosmetik und änderte nichts mehr am hochverdienten Heimsieg. Doch während auf dem Platz noch gefeiert wurde, machten die Ergebnisse der Konkurrenz alle Hoffnungen zunichte. Weil die direkten Konkurrenten ebenfalls punkteten, steht fest: Der TSV Siegsdorf steigt in die Kreisliga ab.
Trotz aller Enttäuschung verabschiedete sich die Mannschaft mit Charakter und großer Moral aus der Bezirksliga. Die Zuschauer honorierten dies nach Schlusspfiff mit langem Applaus. Nach fünf intensiven Jahren endet damit zwar ein erfolgreiches Kapitel – doch der TSV Siegsdorf hat an diesem Nachmittag gezeigt, dass in diesem Verein weiterhin viel Leben, Zusammenhalt und Qualität steckt.
Und vielleicht beginnt genau jetzt schon das nächste Kapitel.

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